Kategorien
Coaching

Mut und Optimismus für 2021? Nein, aber Bedacht und Zuversicht!

Wer möchte bestreiten, dass wir all unseren Mut zusammennehmen müssen, wenn wir den vermutlich schwierigsten Monaten in der Pandemie entgegen sehen? Und wer kann schon ernsthaft Einwände dagegen vorbringen, dass wir trotz allem optimistisch in die Zukunft blicken dürfen – schließlich ist der Impfstoff da, das Licht am Ende des Tunnels!

Aber je länger ich mich mit beiden Begriffen beschäftige, mich damit auseinandersetze, was sie für mich in meiner konkreten Lebenssituation bedeuten, desto klarer wird mir, dass sie mir nicht passen, dass ich sie als ungenau und unscharf empfinde. Mut und Optimismus – das klingt in meinen Ohren derzeit zu laut, zu groß, zu emotional. Ich sehne mich in dieser Zeit eher nach klein, fein und rational und brauche deshalb auch Begrifflichkeiten, die zu diesem Bedürfnis passen. Welche könnten das also sein?

Bedacht und Zuversicht

Das sind die beiden Begriffe, bei denen ich schließlich angekommen bin. Sie enthalten für mich viel von dem oberen Begriffspaar, aber auch ein paar sehr wichtige Unterschiede.

Mut – so las ich in dem sehr klugen und schönen Heft #10 „Neue Narrative, Das Magazin für Neues Arbeiten“ -, Mut hilft uns dabei, Ängste zu überwinden und trotz Gefahren zu handeln. Mut bedeutet auch Risiken anzuerkennen, abzuschätzen und nicht übermütig zu handeln. Das sind sehr schöne Beschreibungen von Mut, denen ich mich voll und ganz anschließen kann, vor allem, weil sie die Angst und das Risiko miteinbeziehen. Das erscheint mir wichtig an dem Begriff des Mutes. Sich Ängsten zu stellen und ihnen zu begegnen – das ist für mich Mut.

Mut, oder Übermut?

Allerdings – und das macht den Begriff für mich gerade unpassend – sollten die Ängste, denen man mit Mut begegnen kann eine gewisse Irrationalität beinhalten und die Risiken sollten auf irgendeiner Grundlage abschätzbar sein, denn sonst kann ich Mut nicht ausreichend von Übermut unterscheiden. Und deswegen muss in der derzeitigen Situation zum Mut für meinen Geschmack ein wenig mehr Vorsicht hinzukommen als gewöhnlich.

2020 war für mich in vielerlei Hinsicht ein Jahr des Stillstands, des Wartens, der Bewegungslosigkeit. Nach einem sehr aktiven ersten Quartal mit Urlauben auf Mallorca und zum Langlauf im Bayerischen Wald erfolgte die Bremsung Mitte März sehr abrupt. Plötzlich verbrachte ich viel Zeit damit auf exponentielle Kurvenverkäufe zu schauen, Zahlen zu studieren, Zusammenhänge zu verstehen. All das half mir die Situation zu verstehen und damit nach meinem besten Ermessen umzugehen.

Ein Jahr im Wartezimmer

Nach und nach entwickelte ich Verhaltensweisen und Strategien, um mit den Anforderungen der Pandemie umzugehen, so dass ich mich damit einigermaßen wohl fühlte. Alles in allem war mein Verhalten das ganze Jahr hindurch von extremer Vorsicht geprägt, sogar im Sommer, als sich die Situation ja deutlich entspannte. Vieles von dem, was für das Jahr geplant war, wurde verschoben oder fiel ersatzlos aus. Von der Feier des 83. Geburtstages meiner Mutter über Workshops und Veranstaltungen bis hin zum größeren Wanderurlaub – alles fiel aus oder wurde mindestens stark abgewandelt. Und so fühlte sich 2020 am Ende an, als hätte ich es vor allem im Wartezimmer verbracht. Ein sehr unbefriedigender Zustand, der sich vor allem eben durch Stillstand auszeichnet.

2021 will ich also raus aus dem Wartezimmer

Und das, obwohl die Pandemielage im Januar eher problematischer und schwieriger ist als je zuvor. Wie passt das zusammen? Und hier kommt für mich der Begriff Bedacht ins Spiel. Die ersten Schritte aus diesem Wartezimmer heraus, will ich mit Bedacht wählen und bedachtsam ausführen, also gut überlegt und mit der gebotenen Vorsicht. Und dennoch ich will und werde sie machen – das ist der Vorsatz und der Plan. Und ich will sie auch mit Zuversicht tun, diese ersten Schritte. Denn trotz aller Schwierigkeiten und trotz der Ungewissheit, ob 2021 wirklich signifikant einfacher und besser wird als 2020, weiß ich sehr genau, dass ich mich auf mich, meine Familie und meine Freunde verlassen kann. Ich kann gute und richtige Entscheidungen treffen. Ich habe bisher noch jede schwierige Situation in meinem Leben erfolgreich gemeistert (und es gab davon schon einige). Welchen Grund sollte ich also haben, nicht zuversichtlich in die Zukunft und das neue Jahr zu schauen?

Zuversichtlich, ja – und doch mit dem mir eigenen Zweck-Pessimismus, der immer den schlimmsten Fall bedacht haben muss, um ihm im Zweifel vorbereitet und kraftvoll begegnen zu können. Und da ich eben Zweck-Pessimismus als Default-Einstellung mitbringe, ist Optimismus auch kein guter Begriff für meine Zwecke. Zuversicht hingegen lässt sich mit Zweckpessimismus vereinen. Denn auf den schlimmsten Fall vorbereitet zu sein, gibt mir eben genau die Sicherheit auch diesen überwinden zu können.

Bedacht und Zuversicht – so also lautet meine Überschrift für 2021

Titelbild: Jonathan Klok on Unsplash

Kategorien
Coaching

Junge Führungskräfte nicht alleine lassen

Ich erinnere mich gut an meine erste berufliche Station mit Personalverantwortung. Mein Chef hat mich aufgrund guter Leistungen in eine neue Position befördert und ich hatte plötzlich nicht nur vollkommen neue thematischen Aufgaben, sondern auch ein Team aus drei Leuten zu führen. Ich war neugierig, stolz und zugleich auch sehr unsicher.

Viele Gründe für Unsicherheit

Meine Unsicherheit resultierte zum großen Teil daraus, dass das Team, das ich führen sollte, inhaltlich viel besser im Thema bescheid wusste als ich. Sie waren alte Hasen, ich ein absoluter Neuling. Und nun sollte ich ihnen sagen, was wir wie machen sollten?

Außerdem war der Bereich mit meiner Beförderung neu zugeschnitten und um neue Themen erweitert worden. Diese lagen alle auf meinem Schreibtisch und auch sie waren relativ neu für mich, ohne dass es erfahrene Ansprechpartner für mich gab. Viele Gründe also, mich unsicher in der neuen Rolle zu fühlen. Hinzu kam, dass ich auch mit meinem Chef ein neues Verhältnis entwickeln musste, da wir uns nun auch in völlig anderen Rollen begegneten als zuvor.

Rollenwechsel, Erwartungsdruck und Sachzwänge

Ist es bei dieser Gemengelage ein Wunder, dass ich damit völlig überfordert war und ich das erste Jahr in dieser neuen Position als großes Fiasko empfunden habe? Ich denke nicht und ich erlebe, dass es vielen jungen Führungskräften ähnlich geht.

Insbesondere der Wechsel von der gleichrangigen Position in eine Führungsrolle ist ein häufiger – und sinnvoller! – Anlass für Coachings. Der Rollenwechsel im Team bereitet aus verschiedenen Gründen Schwierigkeiten. Plötzlich ist man nicht mehr nur Fachexperte, sondern muss Führungsaufgaben wahrnehmen, sitzt zwischen den Stühlen, weil von oben wie von unten Erwartungsdruck herrscht, man kennt die Probleme der Kolleg*innen aus eigenem Erleben, muss aber plötzlich Sachzwänge berücksichtigen, die genau diese Probleme verursachen, ohne dass man bereits Lösungen anbieten kann.

Es besteht ein originäres unternehmerisches Interesse daran, diesen Prozess zu begleiten.

Zugleich verändert sich auch die Position im gesamten Unternehmen. Man steht an einer anderen Stelle im Gesamtgefüge und muss sich auch hier erst einmal neu orientieren. Wenn man Glück hat, gibt es im Unternehmen einen Mentor oder eine Mentorin, mit dem/der man diese Schwierigkeiten besprechen und lösen kann. Noch besser ist es, eine Person, die nicht im Unternehmen tätig ist, zur Seite gestellt zu bekommen, mit der man offen und vertraulich alle Stolpersteine benennen und bestenfalls aus dem Weg räumen kann.

Je schneller und besser junge Führungskräfte in ihrer neuen Funktion und ihrer neuen Rolle ankommen, desto besser können sie auch die ihnen zugedachten Aufgaben wahrnehmen. Es besteht also ein originäres unternehmerisches Interesse daran, diesen Prozess zu begleiten, damit die Beförderung den erhoffen Effekt zeigt und für alle ein Erfolg wird.

Titelbild: Kiana Bosman on Unsplash

Entwicklungs­coaching für angehende Führungs­kräfte

Sie werden auf eine Führungs­position auf­steigen, üben diese bereits aus, oder streben eine an? In meinem Entwicklungs­coaching beleuchten wir gemeinsam die anstehenden Heraus­forderungen, die in Ihrer Organisation ganz konkret anstehen, gleichen sie mit Ihren Kompetenzen, Stärken und Schwächen ab und entwickeln unmittelbar für Sie anwendbare Strategien. Interesse?

Melden Sie sich jetzt für meinen Newsletter an und erhalten Sie einmal die Woche Linkempfehlungen, Empfehlungen zu Tools und Updates zu meinem Projekt Corona Businesschancen Ruhr



Kategorien
Coaching

Die Energie-Batterie

Ein sehr simples Coaching-Tool, das ich immer gerne einsetze, ist die Energiebatterie. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn Kund*innen sich ausgelaugt fühlen, oder eine schwierige Aufgabe vor sich haben, für die sie die erforderliche Kraft noch nicht fühlen.

Die Kundin oder der Kunde identifiziert zunächst für verschiedene Bereiche seine Energiequellen.

Die eigenen Energiequellen finden

Woraus schöpfen Sie Energie für Ihren Körper?‘, lautet die erste Frage. Bestimmtes Essen, Sport, Massagen und ähnliche Dinge sind sehr häufig die Antworten.

Als nächstes geht es darum, die Energiequellen für die Gefühle zu erschließen. Wer oder was bringt Sie in einen emotional guten Zustand? Wer oder was tut Ihrer Gefühlswelt gut? Woraus schöpfen Sie emotional positive Energie?

Die dritte Stufe sind Energiequellen für den Geist. Hier werden oft Bücher genannt, oder bestimmte Personen, Orte und vieles mehr.

Die letzte Stufe ist die Energie für die Seele. Hierbei kommt oft die Frage auf was die Kategorie Seele von der Kategorie Geist unterscheidet. „Geist“ mein eher den intellektuellen Verstand, während Seele eine Ebene beschreibt, die das Unterbewusste, bei manchen Menschen auch das Spirituelle oder Religiöse anspricht. Letztlich muss das jede Kundin und jeder Kunde für sich so füllen, wie es zu ihr oder ihm passt.

Der negative Pol: Energieräuber

Auf die positiven Energiequellen sollte einige Zeit verwendet werden und wenn diese ausreichend benannt sind, wendet man sich kurz den Energieräubern zu. Auf diese verwende ich im Verhältnis weniger Zeit, da sie eher ins Problem hinein führen als eine Lösung bereit zu halten.

Trotzdem ist es wichtig, sich diesen negativen Pol der Batterie ebenfalls anzuschauen, weil sich daraus meistens interessante Querverbindungen zu den Quellen des positiven Pols ergeben.

Also werden ebenfalls für Körper, Gefühl, Geist und Seele Energieräuber identifiziert.

Aha-Momente

Anschließend konzentriert man sich noch einmal auf die positive Seite und nimmt dann das Gesamtbild in den Blick. Hieraus ergeben sich häufig Aha-Momente, weil plötzlich klar wird, auf welcher Ebene eigentlich Energie notwendig ist und aus welchen Quellen sie gewonnen werden kann.

Selbst testen

Ein kostenloses Arbeitsblatt, um die eigenen Energiequellen zu identifizieren, können Sie hier herunterladen:

Titelbild: Brett Jordan on Unsplash

Melden Sie sich jetzt für meinen Newsletter an und erhalten Sie einmal die Woche Linkempfehlungen, Empfehlungen zu Tools und Updates zu meinem Projekt Corona Businesschancen Ruhr



Kategorien
Coaching

Coaching auf Distanz – geht das überhaupt?

Das Corona-Virus hat die Arbeitswelt vieler innerhalb kürzester Zeit verändert – auch meine. Coaching, das war für mich bis dahin vor allem ein Präsenzformat. Lediglich konkrete Gesprächsvorbereitungen habe ich bis vor kurzem schon über Videocalls gemacht. Aber den ganzen Prozess auf Onlineformate umstellen? Darüber hatte ich noch nicht einmal nachgedacht. Doch das Virus hat es zu einer Notwendigkeit gemacht.

Videocalls: kein Ersatz für das Präsenzcoaching

Da ich bereits Erfahrungen darin hatte, Kundinnen und Kunden per Skype z.B. auf Bewerbungsgespräche oder Verhandlungen vorzubereiten, war der naheliegende Gedanke zunächst, meine Coachings vor allem auf Videocalls umzustellen. Man sieht das Gegenüber und hat damit scheinbar die nächstbeste Variante zum persönlichen Treffen. Schließlich sind für den Coach auch immer optische Eindrücke der oder des Coachees wichtig. Mimik und Körpersprache geben mir Aufschluss darüber, wie die Kundin oder der Kunde sich gerade fühlt, wie sie/er das was sie/er sagt wirklich meint.

Außerdem gibt es mittlerweile viele tolle Möglichkeiten wie digitale Whiteboards, Bildschirmteilung und Mindmapping-Tools, um gemeinsam online Sachverhalte zu visualisieren. „Perfekt“, dachte ich. Und ja, gerade die Visualisierungsmöglichkeiten sind gute Helfer im Coachingprozess und ich nutze Sie gerne. Dennoch haben sich inzwischen andere Formate in meiner Coachingpraxis etabliert.

Es stellte sich schnell heraus, dass die Sichtbarkeit des meines Gegenübers nur ein mittelmäßiger Ersatz für die Nähe im Präsenzcoaching war – an einigen Stellen sogar eher hinderlich. Vor allem aus folgenden Gründen

  • man kann sich in Videocalls nicht in die Augen sehen,
  • man sieht immer nur einen kleinen Bildausschnitt des Gegenübers,
  • nicht zu Letzt kommt es auch darauf an, dass der Kunde die Technik beherrscht.

Telefoncoachings: Erstaunlich effizient

Zuerst aus der “Not” heraus, weil die Technik nicht so wollte wie ich, begann ich mit Telefoncoachings. Diese erwiesen sich als erstaunlich effizient. Was mir an visuellen Eindrücken fehlt, wird sehr gut durch eine hohe Konzentration auf die Stimmlage und Ausdrucksweise der Kundin/des Kunden ersetzt. Ich war erstaunt zu bemerken, dass diese Sinnesreduktion sogar von Vorteil sein kann, da ich mich auf einen Wahrnehmungskanal konzentrieren kann.

Die Ergebnisse stehen denen der Präsenzcoachingergebnisse in der Qualität in nichts nach.

Da man telefonisch nun mal schlecht mit Visualisierungen arbeiten kann, nahm ich flankierend E-Mail-Coachings hinzu. Die Kundin, der Kunde erhält per E-Mail von mir Aufgabenstellungen und muss diese bis zu einem bestimmten Termin erarbeiten. Die Ergebnisse können beim nächsten Gespräch weiter bearbeitet werden. Wenn möglich kehre ich an diesem Punkt gerne wieder zum Videocall zurück, denn dann können die Veränderungen gleich gemeinsam angeschaut werden.

Die Mischung machts

Im Lauf der Zeit hat sich also ein Formatemix als erfolgreich erwiesen. Die Ergebnisse stehen denen der Präsenzcoachingergebnisse in der Qualität in nichts nach. So lautet das Fazit vieler meiner Kundinnnen und Kunden.

Haben Sie Interesse an einem Coaching? Ich biete alle meine Coachingformate auch auf Distanz an.

Titelbild von Quino Al on Unsplash

Melden Sie sich jetzt für meinen Newsletter an und erhalten Sie einmal die Woche Linkempfehlungen, Empfehlungen zu Tools und Updates zu meinem Projekt Corona Businesschancen Ruhr